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Die Weiterbildung

Systemisches Coaching ist Prozessbegleitung für Menschen im beruflichen Kontext, die die Anforderungen des Unternehmens in Einklang mit der eigenen Kompetenz und Lebenssituation bringen wollen. Es ermöglicht eine neue Begegnung mit der eigenen Persönlichkeit, dem Team und den Vorgesetzten.

"Alles wirkt mit allem zusammen."

Wir verstehen den Menschen in der Wechselwirkung seiner beruflichen, wie auch privaten Bezugssysteme.

In spezifischen Situationen braucht es zur Klärung beruflicher Fragestellungen eine präzise Kontextklärung sowie ein tieferes Einsteigen in die eigene Lebens- und Lerngeschichte. Aus den erlangten Erkenntnissen entsteht eine solide Basis für Veränderungsvorhaben und der Weiterentwicklung der eigenen Ressourcen.

Die Weiterbildung richtet sich an Personen in leitenden und beratenden Rollen mit dem Ziel, systemische Coaching- Kompetenzen zu erwerben, um wirksam und nachhaltig Einzelpersonen, Teams und Organisationen zu begleiten und zu beraten.

Säulen der Weiterbildung

Die integrative Weiterbildung basiert auf erfahrungsorientiertem Lernen. Dabei kommen fünf Säulen zum Tragen:

  • Die Vermittlung von 8 Perspektiven des systemischen Arbeitsmodells, der Gruppendynamik und weiterer aktueller Ansätze wie dem Modell der "Gewaltfreien Kommunikation"
  • Individuelles Feedback zum Prozess
  • Eine Anleitung und Begleitung jedes Teilnehmers bei der Umsetzung u.a. im Rahmen der Supervision-Seminare mit externen Kunden
  • Coaching-Teams als zusätzlicher Lernort
  • Die persönliche Entwicklung der Teilnehmer über Selbsterfahrung

Systemisches Coaching

Die acht Perspektiven des systemischen Arbeitsmodells

  • strategisch
  • strukturell
  • zirkulär
  • mehrgenerational
  • erfahrungs- und wachstumsorientiert
  • narrativ
  • phänomenologisch
  • lösungs- und ressourcenorientiert

werden praxisbezogen vermittelt.

Ziele der Weiterbildung

Das Besondere der Weiterbildung besteht darin,

  • systemisches Arbeiten zu erleben
  • systemisches Arbeiten mit der eigenen Lebens- und Lerngeschichte zu verbinden
  • systemische Denkweisen und Methoden kennen zu lernen
  • systemisches Wissen in realen Coaching-Situationen von Beginn an anzuwenden
  • Klarheit bei individuellen Themen und Mustern zu bekommen und
  • persönliche Glaubensgrundsätze zu überprüfen und zu integrieren

Die Teilnehmenden bekommen über ihre Arbeitsweise und Entwicklungs-möglichkeiten im gesamten Verlauf systemisches Feedback:

So entsteht eine persönliche Auseinandersetzung mit professionellen Handlungsweisen und individuellen Wirklichkeitskonstruktionen.

Begleitend zu den Seminaren werden feste Coaching-Teams gebildet, die über den gesamten Ausbildungszeitraum bestehen.

Dieser zusätzliche Übungsraum ermöglicht eine Reinszenierung von Team-Themen und Prozessen, die in der Gruppe bearbeitet werden und damit zusätzliche Chancen auf persönliche Entwicklung bieten. Zudem bietet das Coaching-Team den Rahmen für externe Beratungen.

 

Seminare

Auftragsklärung: Anlass , Ziel und Vision

Vom Entwickeln lösbarer Aufträge

In diesem Seminar entwickeln die Teilnehmer ein systemisches Verständnis von Menschen in der Wechselwirkung von Person, Rolle, Gruppe und Organisation. Anstelle eines Modells von Ursache und Wirkung tritt der systemische Blick auf die Zirkularität von Prozessen. Die Teilnehmer lernen die relevanten Fragestellungen und Ziele von Personen und Teams herauszuarbeiten, denn häufig wird der Beratende dazu eingeladen, Aufträge anzunehmen, die mehr Probleme generieren als ursprünglich vorhanden waren.
  Wie aus Problemen und Konfliktsituationen lösbare Aufträge entwickelt werden, so dass der Einsatz personeller und fachlicher Ressourcen Freude macht, ist Ziel dieses Seminars. Neben dem Erlernen von Methoden beginnt die Entwicklung einer systemischen Haltung und Sichtweise auf Menschen in Organisationen. Die Selbstreflexion führt zur Klarheit über das eigene Verhalten und speist die Kompetenz im Beratungsprozess.

Inhalte (u.a.):
Kybernetik, Konstruktivismus, systemisches Denken, Beraterrollen, Kundentypen, Verträge

Methoden (u.a.):
Auftragsklärung, Kontextanalysen, Systemisches Feedback, Pacing & Leading, Reframen, positive Konnotation, systemische Fragetechniken


 

Teamentwicklung und Gruppendynamik

Zirkularität systemischen Intervenierens

Einzelne Personen, Teams und Firmen handeln immer in einem systemischen Gesamtzusammenhang. In der Zusammenarbeit konzentrieren sich Teams in der Regel auf die Sachebene. In der systemischen Arbeit rückt dagegen die Dynamik von Beziehungen, Gefühlen und Bedürfnissen, sowie der Kontext des jeweiligen Arbeitsfeldes in den Fokus der Beratung: Der Coach versteht Schwierigkeiten Einzelner immer als Ausdruck einer Wechselbeziehung und nie als Problem einer Person. Dadurch wird die oft einseitige „Schuldfrage“ ersetzt durch einen differenzierten Dialog über Verantwortung.

Die Teilnehmer lernen in diesem Seminar die Gruppendynamik des Teams zu nutzen. Der Einzelne kann sich im "Hier und Jetzt" ausprobieren, Feedback holen und lernen sein Potential einzubringen. Es wird herausgearbeitet, wie der Coach mit dem zu beratendem System korrespondiert. Die Eigendynamik des inneren Systems einer Person kann genutzt werden, um die Veränderungsbereitschaft im äußeren Team / System zu erhöhen. Durch die Kenntnis eigener innerer Prozesse ist der Coach in der Lage, systemisch zu intervenieren und dem Team einen Erfahrungsraum zu ermöglichen, in dem Neuorientierung stattfinden kann.

Inhalte:
Gruppendynamischer Raum, Person und Rollen in Gruppen, Visualisierungen, Reinszenierungen, Rollenmodelle, die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, Zielkonflikte

Methoden:
Systemische Skulpturarbeit, systemische Strukturaufstellungen, systemische Hypothesen, Glaubensätze, Werte- und Enwicklungsquadrat, strategisches Intervenieren, Gruppendynamik, Inneres Team, Ambivalenzarbeit

 

Konfliktmanagement

Konflikt als Chance

Konflikte sind Realität. Aus systemischer Sicht sind sie wertvoller Bestandteil alltäglicher Kommunikation und bieten Chancen für Wachstum und Veränderung. Konflikte werden dann zu einer Bedrohung, wenn kein Raum für die Bearbeitung zur Verfügung gestellt wird.

Der Coach bietet diesen allparteilichen Raum, damit hinter Urteilen, Interpretationen und Vorwürfen die Anliegen und Interessen zum Ausdruck kommen und gemeinsame Lösungsstrategien entwickelt werden.

Im Konfliktmanagement lernt der Teilnehmer sein eigenes Konfliktverhalten und die darunter liegenden Bedürfnisse kennen. Die Erweiterung der eigenen Konfliktkompetenz unterstützt den Coach in der Moderation von Konflikten. Durch die Differenzierung verschiedener Konfliktebenen wird der Einzelne entlastet und motiviert, den Konflikt als Lernraum innerhalb seines Umfeldes zu nutzen. Ziel ist es, aus Konflikten Vertrauen und Kontakt zu erzeugen. Wie Konfliktkulturen in ein Team oder ein Unternehmen zur Aktivierung lösungsförderlicher Potentiale eingeführt werden, zeigt dieses Seminar.

Inhalte: 
Strukturmodell nach Minuchin, Regeln und Normen in Gruppen, Konstruktive Kommunikation nach M.B. Rosenberg, Projektion, Übertragung, WinWin-Modell, Krisen im Coaching, Gruppenkonflikte, kalte und heiße Konflikte

Methoden:
Konfliktlandschaft, Systemische Teilearbeit, Spiegeln, Doppeln, Systemisches Visualisieren, Umgang mit ‚heißen’ und kalten’ Konflikten, Strukturanalyse

 

Organisationen beraten

Die Macht der informellen Aspekte

Im systemischen Verständnis definiert sich eine Organisation und deren Strukturen durch die innere Logik der Menschen, die dort arbeiten. Häufig ist Stagnation nicht durch das Fehlen von Lösungen gekennzeichnet, sondern verdeckte Wirklichkeiten lähmen als „Geheimnis" den Arbeitsprozess. Im Coaching  werden diese informellen Aspekte bewusst und damit bearbeitbar gemacht. Der Einzelne lernt sich und das  Unternehmen  differenzierter kennen und kann neue Strukturen und Prozesse schaffen, um die individuellen und unternehmerischen Ziele zu erreichen.

"Das Unternehmen erscheint uns als das, was wir glauben, dass es sein müsste".

Was ist die Geschichte, die die Organisation über sich erzählt?
Was wird nicht erzählt? Was ist die Geschichte dahinter?
Welche Geschichte soll erzählt werden?

Dem Coach werden eigene Motive und Haltungen bewusst, mit denen er die Organisation sieht. Er entwickelt eine „allparteiliche Rundumsicht“ und ein Verständnis für die unterschiedlichen Wirkkräfte in einem organisationalen Kontext. So kann die Geschichte zu einer Erfolgsgeschichte „umgeschrieben“ werden: Strukturen und Prozesse werden bezogen auf den Existenzgrund und der Vision der Organisation angepasst.

Inhalte:
systemische Organisationssicht und Diagnose, Identifikation, Allparteilichkeit, Externalisierung, Narrativer Ansatz

Methoden:
Organisationsdiagnose, Planspiel, Soziometrie, Strukturierungsmodelle, Moderation und Präsentation, Kommunikationsstrategien, Metaphern
 

Führung und Führungsstrategien

Von der Freiheit zu sagen was man denkt

Systemisch bedeutet Führung, die Beziehung von Führungskräften und Mitarbeitenden als Wechselbeziehung zu verstehen: Führen ist das beidseitige Gestalten von Beziehung im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Abhängigkeit.

Der Coach reflektiert mit der Führungskraft Führungsstil, erlernte Muster und Überzeugungen, die Wirkkräfte der Organisation auf sich und andere. Durch das neu gewonnene Verständnis, der Klärung der eigenen Haltung kann das individuelle Führungsmodell innerhalb der Führungskultur des Unternehmens weiterentwickelt werden.

Der Teilnehmer entwickelt in der Auseinandersetzung mit den eigenen „Führungswurzeln“ ein persönlich lebbares Führungsmodell und damit die Grundlage für die Beratung von Führungskräften. Wie der Einzelne tragfähige Entscheidungsprozesse einleitet und wie über kommunikative Prozesse klare Strukturen etabliert und Ressourcen aktiviert werden, wird in diesem Seminar gezeigt.

Inhalte:
Handlungsfelder von Führung, Führungsmodelle, hypnosystemische Ansätze, Führungsdilemma , Umgang mit Autorität und Macht, Handwerk und Kunst des Führens

Methoden:
Timeline, Werteentwicklung, systemisches Feedback, Provokationen, paradoxe Interventionen, Bodenanker, Entscheidungsaufstellungen, Rollenübungen, Soziogramme, Führungsrekonstruktionen, Problem-Lösungs-Skulpturen

 

Persönlichkeit und Professionalität

Bilanz, Ritual, Perspektive

Professionalität entsteht, wenn es gelingt die persönliche Kompetenz produktiv und sinnstiftend mit den Anfordernissen des Kontextes zu verbinden. In diesem Seminar können die Teilnehmenden Interventionsformen entwickeln, die das Gesagte, das Ungesagte oder Tabus in den Coachingprozess produktiv miteinbeziehen.  

Zum Abschluss der Weiterbildung entwickeln die Teilnehmenden eine persönliche Standortbestimmung und Ressourcenaktivierung, die zum freudigen und wirksamen Einsatz des bisher Gelernten beiträgt.

In der Standortbestimmung werden Möglichkeiten und Grenzen sichtbar und ein attraktives Zukunftsbild entwickelt.

Inhalte:
systemische Professionalität, Rituale, Umgang mit Trauer, der professionelle Abschluss des Coachings, Transfer

Methoden:
Standortbestimmung, Verschreibungen, Ressourcenarbeit, Rituale entwickeln, Zukunftsszenarien, Leichtigkeit und Humor, Evaluation, der gelungene Abschluss.

 

Lehrcoaching / Supervision

Die Seminare der Weiterbildung werden durch insgesamt vier zweitägige Supervisionsseminare ergänzt. Im Umsetzen der vermittelten Seminarinhalte innerhalb dieser Seminare wird der Teilnehmer dabei unterstützt, seinen individuellen und anschlußfähigen "Coachingstil" zu entwickeln.

Die Arbeit findet unter professioneller Leitung (Supervision) in Anwesenheit der gesamten Weiterbildungsgruppe als Fallbesprechung, d.h. das Reflektieren aktueller Coachingprozesse, wie auch live mit externen Coachees statt. Die Kunden werden von den Teilnehmern akquiriert.

Dieses live-Supervisionsmodell der GST ist seit Jahren erfolgreich, weil es als konkrete Arbeitsprobe den Teilnehmern unter Supervision eine unmittelbare Praxiserfahrung und damit eine schnelle professionelle Entwicklung ermöglicht. Die live-Supervision verlangt von allen Beteiligten eine besonders wertschätzende Haltung und einen sorgfältigen Umgang mit den Klienten. Vor jedem Beratungstermin führen die jeweiligen Teilnehmer ein Vorgespräch mit ihren Klienten. Der eigentlichen Beratung (Coaching/Supervision) folgt ein Nachgespräch bzw. ein weiterer Beratungstermin. Die Trainer sind für den Schutz der Klienten und der Teilnehmer verantwortlich. Sie sorgen durch eine kontinuierliche Reflexion des Geschehens für Transparenz und greifen ggf. in den Prozess ein. Alle Teilnehmer erhalten nach ihren Beratungssitzungen ein Feedback. Das Feedback betont die Ressourcen, übt konstruktive Kritik an konkreten Verhaltensweisen und fokussiert auf die Wechselwirkung zwischen Klient(en) und Berater(in).

Ziel der Supervision ist es, den Coaches ein nützliches Fremdbild anzubieten und allen Teilnehmern die Wahrnehmung und Formulierung der systemischen Dynamik näher zu bringen.


Die ausführliche Beschreibung der Eingangsvoraussetzungen siehe DGSF. Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen möglich.

Übersicht

Dauer // Ablauf

Die Weiterbildung erstreckt sich über ca. 18 Monate.
Begleitend zu den Seminaren werden feste Coaching-Teams gebildet, die sich über den gesamten Weiterbildungszeitraum treffen.


Umfang

  • 250 UE Theorie und Methoden
  • 50 UE Supervision
  • 30 UE Intervision
  • 50 UE Praxis

Weiterbildungskosten

€ 6.450,- (Privat) bzw. € 7.650,- (Unternehmen), steuerfreie Leistung nach § 4 Nr. 21a bb UStG., Gebühr inkl. Supervision und Selbsterfahrung, monatliches Lastschriftverfahren möglich. Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung sind darin nicht enthalten.


 

 

Orte

Die inhaltlichen Seminare finden im Seminarhaus bei München statt (zzgl. Kosten ab ca. € 80,- pro Tag).
Die zweitägigen Supervisionsseminare finden in den Seminarräumen in München statt.


Besonderheiten

Das erste Seminar dient als Orientierungsseminar, ein Rücktritt ist bis 7 Tage nach dem ersten Seminar möglich. Die Teilnahmekosten betragen dann nur € 440,-.

Der Teilnehmer beginnt bereits während der Weiterbildung live mit Kunden aus dem Profit- und Nonprofit-Bereich, mit Unterstützung der Lehrtrainer zu arbeiten.

Begleitend zu den Seminaren werden feste Coaching-Teams gebildet, die über den gesamten Weiterbildungszeitraum bestehen. Dieser zusätzliche Übungsraum ermöglicht eine Reinszenierung von Team-Themen und Prozessen, die in der Gruppe bearbeitet werden und die Chance auf persönliche Entwicklung bieten. Zudem bietet das Coaching-Team den Rahmen für externe Beratungen.

Die Weiterbildungsgebühren können in Monatsraten bezahlt werden.


Zertifizierung

Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung erfolgt eine Zertifizierung in Systemischem Coaching durch die GST bzw. zum "Systemischen Coach (DGSF)" durch die DGSF.