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Der Abschnitt III zur Weiterbildung in "Systemischer Therapie" besteht u.a. aus folgenden Seminaren und befasst sich mit Inhalten zur

  • erfahrungsorientierten Perspektive
  • Paartherapie
  • SYMPA / klinische Psychologie

Die Weiterbildung in Systemischer Therapie (dreijährige Weiterbildung) baut sich auf durch Abschnitt I & II (Systemische Beratung, Zeitrum von 24 Monaten) zusammen mit Abschnitt III (Zeitraum von 12 Monaten).

 

Abschnitt III

DIE SYMBOLISCH-ERFAHRUNGSORIENTIERTE PERSPEKTIVE

Die Logik des Absurden

In der Arbeit mit komplexen Systemen dient der Therapeut der Familie als Modell, durch seine eigene Irrationalität, seine freien Assoziationen, und seinem Mut die eigenen impulsiven und regressiven Bedürfnisse auf eine humorvolle Weise in die therapeutische Arbeit zu integrieren. Themen wie gegenseitige Mordlust, sexuelle Anziehung und sinnliche Phantasien, Ausbruch und Trennung, symbiotische Sehnsüchte, kurz die ewigen Themen um Liebe und Aggression, die zumeist unbewusst enormen Einfluss auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen ausüben, verlieren ihre Bedrohlichkeit und können so an die Oberfläche geholt werden. Psychotische und andere schwerwiegende Symptome verlieren so ihren, für das Familiensystem bedrohlichen Charakter.

Methoden
Auflösung von Familiengeheimnissen, die Logik des Absurden, Spiel, Kreativität und Humor, Tranceinduktion durch Konfusion.


PARTNERSCHAFT UND SEXUALITÄT

Die Spiele des Paares

Vieles sammelt sich zwischen den Partnern an: Bedürfnis nach Zuneigung, Verlangen nach Freiheit, heftiger Zorn, sexuelle Wünsche, ein schmerzhaftes Gefühl des Alleinseins, Bitterkeit über gebrochene Versprechen, Enttäuschungen und Demütigungen. Die Neuordnung von Abhängigkeits- und Autonomiebedürfnissen geht nur über den grundsätzlichen Konflikt zwischen Mann und Frau. Geliebt werden kann daher nur dort, wo auch gehasst werden darf. Systemisches arbeiten bedeutet, die Magie der Liebe mit Veränderungen in der Wahrnehmung der Partner zu verbinden und eine neue Vision für Beziehungen herzustellen.
Das Besondere an diesem Seminar ist, dass die Partner der Ausbildungsteilnehmer eingeladen werden, um die Faszination der systemischen Paartherapie gemeinsam erfahren zu können.

Methoden
Krisenentwicklung in Paarsystemen, Entwicklung des "magic-moment", Projektionsauflösung, Förderung von Intimität und Autonomie.


Klinische Psychologie in der systemischen Therapie

Störungen, Beziehungen, Entstörungen

Systemische Arbeitsformen wurden ursprünglich in der Arbeit mit schweren psychischen Störungen entwickelt und eignen sich in besonderer Weise für die psychotherapeutische Praxis, da sie sich effektiv und effizient, sowie flexibel auf die Arbeit mit Einzelpersonen, mit Paaren und Familien sowie mit größeren Systemen anwenden lassen.
In diesem Seminar erhalten die Teilnehmer einen Blick über den „systemischen Tellerrand“, der sie noch weiter professionalisieren soll:

  • Multifaktorielles Ursachenmodell psychischer Störungen
  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Klassifikationssystemen (ICD und DSM) 
  • Einblick in die Psychopathologie und die klinische Diagnostik
  • Überblick über aktuelle Psychotherapieverfahren und Abgrenzungen zur Systemischen Therapie
  • Vorteile und Risiken der Psychopharmakotherapie 
  • Rechtliche Grundlagen der (Psycho-)Therapie
  • Reflektion der eigenen Berufsrolle, ihrer Grenzen und Möglichkeiten 
  • Möglichkeiten der konstruktiven Verknüpfung von klinischer Psychologie mit systemischer Therapie (zB. SYMPA)

Methoden:

Überlick der Psychotherapieverfahren, Psychopathologie, Diagnostik und Anamnese (ICD-10), Krisenintervention, rechtlicher Rahmen, Arbeitsmodell „System-therapeutische Methoden psychiatrischer Akutversorgung (SYMPA)“


SUPERVISION

Begleitend zur theoretischen Weiterbildung im Abschnitt III finden drei Supervisionsseminare zu je zwei Tagen statt (09:00 – 18:00 Uhr). Die Supervisionsseminare werden in der geschlossenen Ausbildungsgruppe durchgeführt (60 UE).

Die Supervision dient der gemeinsamen Reflektion der therapeutischen Praxis der Ausbildungsteilnehmer und umfasst 85 Unterrichtseinheiten, einschließlich mindestens einer vom Weiterbildungsteilnehmer vorgestellten Arbeitssitzung (Live oder Fall).

Ziel der Supervision ist es, Strategien der systemischen Therapie und Beratung in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren und Familien deutlich zu machen.


SELBSTERFAHRUNG

Im Laufe der Weiterbildung zum Systemischen Therapeuten finden 5 Tage Selbsterfahrung statt, u.a. im Seminarhaus (zzgl. Kosten für Vollpension ab ca. 75,- € pro Tag).

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und Herkunftsfamilie steht dabei im Vordergrund.

Seminarhäuser


WEITERBILDUNGSZEITRAUM

Die Weiterbildung (Abschnitte I, II, III) kann bei einer entsprechenden Begründung durch das Arbeitsamt gefördert werden.

Umfang Abschnitt III:

  • 350 Lehreinheiten (1 UE = 45 min.), davon:
  • 90 Theorie und Methoden an 9 Weiterbildungstagen
  • 60 Supervision an 6 Weiterbildungstagen
  • 50 Selbsterfahrung an 5 Weiterbildungstagen
  • 20 Intervision, z.B. 5 Peergruppentreffen von 18:00 – 21:00 Uhr
  • 130 Beratungspraxis (Arbeit mit Klienten)

Struktur Abschnitt III:

  • 3 Theorie-/Methoden Seminare
  • 3 Supervisionsseminare
  • 1 Seminar zur Selbsterfahrung

ZERTIFIZIERUNG

Zulassung:

Die ausführliche Beschreibung der Eingangsvoraussetzungen siehe DGSFIndividuelle Ausnahmeregelungen sind möglich.

Nach erfolgreichem Abschluss (Teilnahme an allen Seminaren, eingereichter Abschlussarbeit usw.) von Abschnitt I, II und III erfolgt eine Zertifizierung zum "Systemischen Therapeuten und Familientherapeuten" in Anerkennung durch den Deutschen Berufsverband für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) im Umfang von 900 Lehreinheiten (1 UE = 45 min.).  

 

Übersicht

Dauer // Ablauf

Die Weiterbildung "Systemische Therapie" erstreckt sich über insg. 36 Monate, aufgeteilt in insg. drei Abschnitte.
Begleitend zu den Seminaren werden feste Triaden gebildet, die sich über den gesamten Weiterbildungszeitraum treffen.


Umfang

900 Lehreinheiten insgesamt

  • 300 UE Theorie und Methoden
  • 160 UE Supervision
  • 150 UE Selbsterfahrung
  • 100 UE Intervision
  • 200 UE Praxis

 

Struktur:

  • 10 Theorie-/Methoden Seminare
  • 8 Supervisionsseminare
  • 3 Seminare zur Selbsterfahrung

Weiterbildungskosten

Insgesamt € 6.840,- (steuerfreie Leistung nach § 4 Nr. 21a bb UStG.)
Gebühr inkl. Supervision und Selbsterfahrung, monatliches Lastschriftverfahren möglich. Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung sind darin nicht enthalten.

Die Weiterbildung kann bei einer entsprechenden Begründung gefördert werden
(s. Weiterbildungsförderung).


Ort

Die inhaltlichen Seminare und die zweitägigen Supervisionsseminare finden in den Seminarräumen des jeweiligen Instituts statt.

Im dritten Abschnitt finden mind. 2 Seminare im Seminarhaus statt (zzgl. Kosten ab ca. € 80,- pro Tag).


Besonderheiten

  • Das erste Seminar dient als Orientierungsseminar, ein Rücktritt ist bis 7 Tage nach dem ersten Seminar möglich. Die Teilnahmekosten betragen dann nur € 330,-.
  • Der Teilnehmer beginnt bereits während der Weiterbildung live zu arbeiten
  • Begleitend zu den Seminaren werden feste Triaden gebildet, die über den gesamten Ausbildungszeitraum bestehen. 
  • Die Vermittlung der Lehrinhalte in den Seminaren erfolgt praxisnah und erfahrungsorientiert: Die Seminare beinhalten einen hohen Selbsterfahrungsanteil. Neben einer rein verbalen Orientierung arbeiten wir viel szenisch, psycho-dramatisch und gestaltend.
  • Wir verbinden die systemischen Ansätze mit der eigenen Lebens- und Lerngeschichte der Ausbildungsteilnehmer. Dies geschieht aus dem Wissen, dass ein Therapeut nur dann erfolgreich ist, wenn er in der eigenen Tiefe erreicht wird.
  • Die Weiterbildungsgebühren können in Monatsraten bezahlt werden.

Zertifizierung

Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung erfolgt eine Zertifizierung zum "Systemischen Therapeuten und Familientherapeuten (DGSF)" in Anerkennung durch den deutschen Dachverband für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF).